Elektronisches Grundbuch Schweiz

Die revidierte Grundbuchverordnung ermöglicht den Ämtern, ihre Register künftig in elektronischer Form zu führen. Damit wird auch der Weg für elektronische öffentliche Beurkundungen und Schuldbriefe frei, die der Papierform ebenbürtig sind. Die Umstellung wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Mit Ausweitung von im Grundbuch aufzunehmenden Sachverhalten wird das Grundbuch sukzessive zu einem modernen Bodeninformationssystem ausgebaut. Dazu gehören zum einen Dienstbarkeitsverträge, zum Beispiel die Vergabe von Land im Baurecht, sowie dauerhaft auferlegte öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkungen. Für diese müssen die Kantone bis zum Jahr 2019 ein Kataster einführen.

[Quelle: NZZ am Sonntag, 11. Dez. 2011 S.43 (Auszug) Von David Strohm]

Papierloser Schuldbrief / Elektronisches Register

Grundpfandrechte in Form eines Schuldbriefs gibt es bis anhin nur in Papierform. Bei einer Handänderung geht nicht selten die Suche nach dem unverzichtbaren Dokument los. Findet es sich nicht mehr, verzögert sich die Transaktion, ein kompliziertes Prozedere beginnt. Ab nächstem Jahr wird es zusätzlich einen elektronischen «Register-Schuldbrief» geben.

Er bietet eine Reihe von Vorteilen: So entfallen die Kosten der Aufbewahrung und das Verlustrisiko. Übertragungen von Schuldbriefen, meist von einer Bank zur anderen, werden deutlich vereinfacht. Die Abwicklung erfolgt dabei online über das Portalwww.terravis.ch, das die Schweizer Börse SIX mit hohen Sicherheitsanforderungen betreibt. Dieses steht zunächst nur Grundbuchämtern, Notaren, Banken, Pensionskassen, Betreibungs- und Konkursämtern zur Verfügung. Es wird aber die Transparenz durch die Eintragung des Gläubigers im Grundbuch erhöhen.

Die Form des alten Papier-Schuldbriefes bleibt bestehen. Handlungsbedarf wegen der Neuerung besteht nicht. Es wird aber empfohlen, bei nächster Gelegenheit auf die elektronische Variante zu wechseln. Die Umwandlung
von vor dem Stichtag 1. 1. 2012 errichteten Papier-Schuldbriefen in Register-Schuldbriefe soll in erleichterter Form möglich sein. Die Kosten hierfür stehen noch nicht fest. Gerechnet wird mit Gebührenvon maximal 200 Fr. (dst.)

[Quelle: NZZ am Sonntag, 11. Dez. 2011 S.43 (Kasten) Von David Strohm]

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